Was ist Rotary?
Rotary ist eine internationale Gemeinschaft, die zur Zeit in 166 Ländern der Welt und rund 31.000 Clubs über 1.200.000 Mitglieder zählt; davon sind 866 Clubs mit fast 43.000 Mitgliedern in Deutschland ansässig. Rotary hat eine 100jährige Geschichte.
Die Mitglieder von Rotary gehören den unterschiedlichsten Berufen an. Sie sind sich in Ihren Clubs in Freundschaft verbunden und wirken in ihren Regionen, den einzelnen Ländern und vor allem im internationalen Verbund in vielfältiger Weise für Völkerverständigung und das Gemeinwohl; Rotary wird deshalb auch als "Serviceclub" bezeichnet. Rotarier in aller Welt bringen jedes Jahr riesige Beträge für gemeinnützige Projekte auf, für solche "vor ihrer Haustür", im eigenen Land, vor allem aber in den ärmsten Regionen der Erde. Daneben leisten sie zu Tausenden persönlichen ehrenamtlichen Dienst.
In den Club gebeten werden Männer und immer häufiger auch Frauen, die in ihren Berufen schon einen guten Weg gegangen sind und etwas "auszusagen" haben. Sie gehören ihrem Club üblicherweise lebenslang an. Rotarier treffen sich in ihren Clubs regelmäßig einmal in der Woche, wobei eine gewisse Präsenzpflicht besteht. Jedes Meeting hat einen Gegenstand; meist wird von einem der Mitglieder, zuweilen aber auch von einem Nichtmitglieder ein Vortrag gehalten zu einem Thema, zu dem der Vortragende einen beruflichen Bezug hat oder für das er sich aus anderen Gründen interessiert. Gemeinsame Aktivitäten mit kulturellem, Bildungs- oder auch politischem Hintergrund runden das Programm ab. Dabei bleibt Rotary immer konfessionell und parteipolitisch ungebunden. Bei allem kommt der Spaß aber nicht zu kurz.
Jeder Rotarier ist gern gesehener Gast bei jedem anderen Rotary Club in der ganzen Welt. Die meisten Clubs haben zu einem oder mehreren Clubs anderer Länder, sog. Kontaktclubs, ein besonderes Partnerschaftsverhältnis, das in unterschiedlicher Weise ausgestaltet sein kann - von gegenseitigen Besuchen bis zu gemeinsamen Aktivitäten, ganz ähnlich einer Städtepartnerschaft.
Die internationale Organisation von Rotary baut auf den Clubs auf, die zu etwa je fünfzig in Distrikten zusammenwirken; in Deutschland sind es 14 Distrikte (unserer ist der Distrikt 1800), weltweit über 500, die jeweils von einem "Governor" geleitet werden, der für die Dauer von einem Jahr gewählt wird. Diese Governor bestimmen über die nationalen Governor-Räte und die 34 "Zonen", in die die rotarische Welt gegliedert ist, nach einem quotalen System mit über die Aktivitäten und die Politik von Rotary International. Der Sitz von Rotary International (kurz RI) ist in Evanston bei Chicago in den USA. Dort ist auch der Sitz des ebenfalls für jeweils ein Jahr gewählten Präsidenten von RI, der aus wechselnden Länder der Erde kommt; so stammt der Präsident des rotarischen Jahres 2004/2005 (immer 30.6.), Glenn Estess, aus den USA, seine Vorgänger kamen aus Nigeria und Thailand, sein Nachfolger ist ein Neuseeländer.
In Evanston hat auch die Rotary Foundation (kurz TRF) ihren Sitz. Diese Stiftung nach amerikanischem Recht konnte in den letzten Jahren jeweils rund 100 Millionen US$ für unterschiedliche humanitäre Projekte und solche Programme ausschütten, die der Völkerverständigung dienen. Diese Mittel stammen zum weit überwiegenden Teil aus Spenden der 1,2 Millionen Rotarier sowie aus den Erträgnissen der Zwischenanlagen. TRF hat derzeit einen Vermögensbestand von rund einer halben Milliarde US$. Rund 100 Millionen US$ gelten als "Permanent Fund", aus dem lediglich die Erträge ausgeschüttet werden.
Das größte und sicher auch das bekannteste Einzelprojekt von Rotary heißt "PolioPlus". Es hat sich - seit 1988 - zum Ziel gesetzt, die Kinderlähmung auf der ganzen Welt bis zum Jahre 2005, wenn Rotary 100 Jahre alt wird, vollständig ausgerottet zu haben. Rotary arbeitet hier u.a. mit der WHO und Unicef zusammen. Rotary ist nicht nur der Initiator dieser weltumspannenden Aktion und hat nicht nur seit Beginn über 500 Millionen US$ dafür aufgebracht, sondern ist vor allem der für die Logistik und die "manpower" wichtigste Partner. So haben z.B. im Jahr 2002 in Indien 100.000 Freiwillige, alle Rotarier, deren Familien und Freunde, im ganzen Land 165 Millionen (!) Kinder geimpft.
Die Zahlen von TRF spiegeln nicht die Aktivitäten wider, die die einzelnen Clubs oder Distrikte auch ohne Beteiligung von TRF - mit und ohne Einsatz von materiellen Mitteln - entfalten. Diese Aktivitäten heißen "Dienste" und haben in jedem Club je einen Beauftragten, der sich eine kleine Arbeitsgruppe zu Hilfe holen kann. Die wichtigsten nach außen wirkenden Dienste sind der Gemeindienst, der Jugenddienst, der Berufsdienst und der Internationale Dienst.
Der Gemeindienst organisiert Aktivitäten im In- und Ausland, mit denen überwiegend, in der Sprache des Fiskus, mildtätige Projekte betrieben und gefördert werden - oft mit Geld (Rotary Deutschland 2002/03 fast 30.000.000 € ), aber auch mit persönlichem Einsatz, z.B. Finanzierung einer Werkstatt in einer Behinderteneinrichtung, Förderung einer Obdachlosenzeitschrift oder Sprachunterricht für Aussiedlerkinder.
Der Jugenddienst organisiert vor allem den wirklich weltweiten Austausch von Jugendlichen, d.h. er wählt die ins Ausland zu entsendenden Jugendlichen ("Outbounds") aus, die dort "Botschafter" unseres Landes sein sollen, und betreut die aus dem Ausland zu uns kommenden "Inbounds" während ihres Aufenthalts in Deutschland. Meistens handelt es sich dabei um den Austausch für ein ganzes (Schul-)Jahr, aber es gibt auch andere, kürzere Programme. Die Teilnehmer können Kinder von Rotariern sein, sind es aber nur in der Minderheit. Rotary gilt als die weltweit größte Jugendaustauschorganisation mit rund 10.000 "Bewegungen" im Jahr. Bei der Betreuung der Inbounds helfen mit viel Einsatz ehemalige Austauschschüler, die sich unter dem Namen Rotex zusammengeschlossen haben.
Mit dem Berufsdienst widmen sich viele Clubs in unterschiedlicher Form der Förderung des Verhältnisses zwischen Berufswelt und Gesellschaft. Dabei geht es wiederum oft um die Förderung von jungen Menschen, z.B. durch Berufsberatungsveranstaltungen etc., ganz wichtig aber auch durch die sog. RYLA-Seminare ("Rotary Youth Leadership Award"), in denen Jugendliche und junge Leute sich mit unterschiedlichen Themen aus Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigen. Unser Distrikt 1800 hat z.B. mit großem Erfolg 8-tägige Seminare in der HVHS Loccum veranstaltet, die sich mit dem europäischen Gedanken befaßt haben (mehr darüber hier).
Der Internationale Dienst koordiniert vor allem Gemeindienstprojekte im Ausland, in aller Regel also in der "Dritten Welt", an denen sich zumeist TRF (s.o.) beteiligt (sog. Matching Grants). Hierzu gehört natürlich PolioPlus (s.o.), zu seinen Aufgaben gehören aber auch die vielen kleineren Projekte, ob in Bangladsh, Peru oder Rumänien. Internationaler Dienst ist auch der Austausch von Stipendiaten, jungen Menschen also, die in einem fortgeschrittenen Stadium der Berufsausbildung die Chance bekommen, diese in einem anderen Land zu vervollkommnen. Eine relativ junge, hier zu erwähnende Rotary-Gliederung ist die RFPD ("Rotarian Fellowship for Population and Developement"), die Familienplanungs-Projekte in den ärmsten Ländern der Erde initiiert, mitfinanziert und begleitet.
Zu erwähnen sind schließlich zwei Rotary-Gliederungen, die neben den Clubs existieren:
Da ist zum einen Inner Wheel. Das sind Clubs, in denen sich Partnerinnen der Rotarier zusammengeschlossen haben - bislang ausschließlich Frauen. Sie haben ein eigenes, nicht ganz so "dichtes" Clubleben, sind aber vielfach stark im sozialen Bereich engagiert, z.B. in der Ehrenamtlichen Krankenhaushilfe. Das ist auch ihr historischer Ursprung, als nämlich im Ersten Weltkrieg in Großbritannien die von den Clubs betriebenen sozialen Projekte abzubrechen drohten, weil die Männer als Soldaten eingezogen waren.
Eine andere wichtige Gliederung ist Rotaract, sozusagen die Jugendorganisation von Rotary, eine internationale Vereinigung junger Menschen zwischen 18 und 32 Jahren, die im Sinne Rotarys aktiv sein wollen (daher der Name: Rotary + active = Rotaract). Rotaract engagiert sich nicht politisch und favorisiert keine Glaubensrichtung. Das Grundmotto von Rotaract lautet "Lernen - helfen - feiern", wobei die Reihenfolge wichtig ist (so die Selbstdarstellung). Die Mitgliedschaft bei Rotaract mündet nicht automatisch in eine Mitgliedschaft bei Rotary.
Die wichtigsten Links hier noch einmal auf einen Blick:
http://www.rotary.org/ = Einstiegsseite Rotary Internationa
http://verlag.rotary.de/de/index.php = Einstiegsseite Rotary Deutschland, u.a. mit Links zu allen Clubs im Net
http://www.rotary1800.net/ri-distrikt1800/ = Einstiegsseite Distrikt 1800, u.a. mit Links zu allen Clubs des Distrikts imNet
http://www.rotary.org/aboutrotary/history/index.html = Geschichte von Rotary
http://www.rotary.org/foundation/index.html = Einstiegsseite Rotary Foundation
http://www.rotary.org/foundation/polioplus/index.html = PolioPlus
http://www.rotary.org/programs/youth_ex/index.html = Jugenddienst RI
http://home.t-online.de/home/ryege.ned/ = Jugenddienst Rotary Deutschland
http://www.rotex1800.de/main/ = Jugenddienst Distrikt 1800
http://home.t-online.de/home/ryege.ned/ROTEX1.htm = Rotex Deutschland
http://www.advancedmagic.de/berufsdienst/index.html = Berufsdienst Rotary Deutschland
http://www.rotary.org/programs/ryla/ = RYLA international
http://www.rotaract.de/_ezweb/maintext.php3?0 = Rotaract Deutschland
http://www.innerwheel.com/ = Inner Wheel international
http://www.innerwheel.de/ = Inner Wheel Deutschland
http://www.rotary.org/services/clubs/index.html = Clubsuche international
http://www.rotary.org/support/websites/search.html = Rotary Websitesuche
http://www.rotary.org/newsroom/downloadcenter/pdfs/memb_graphs04.pdf = Mitglieder-Statistik international